Was ist ein Mensch?

Musik im Gartenhaus – Musik im Gewandhaus

Werke des genialen Geschwisterpaares Fanny und Felix Mendelssohn im Konzert der Christuskantorei

Samstag, 5. Juli 2025, Christuskirche, 19 Uhr

Leitung: Thomas Busch

Konzert - Was ist ein Mensch? Fanny Hensel (geb. Mendelssohn):

  • Lobgesang
  • Hiob

Felix Mendelssohn Bartholdy:

  • Psalm 42, Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser

Johann Bernhard Bach:

  • Orchestersuite Nr. 4 in D-Dur

Es gibt Momente, da meint der Mensch vor Freude und Glück zu zerspringen. Es gibt Momente, in denen Zweifel und Verzweiflung nagen. Fanny Hensel schrieb 1831 innerhalb eines knappen halben Jahres zwei Kantaten für Chor und Orchester, die beide Extreme menschlicher Erfahrung reflektieren: Die lichthelle Kantate „Lobgesang“ zum Jahrestag der Geburt ihres Sohnes Sebastian und die grüblerisch-dunkle, sich dennoch schließlich zur versöhnlichen Erkenntnis aufhellende Hiob-Kantate „Leben und Wohltat hast du an mir getan“, die Fanny Hensel (geb. Mendelssohn) ihrem Mann, dem Maler Wilhelm Hensel, zum zweiten Hochzeitstag schenkte. Fanny schreibt hier zum ersten Mal für die große romantische Besetzung, obwohl es bei der nur „halböffentlichen“ Aufführung im Saal des Gartenhauses der mendelssohnschen Barockvilla im Rahmen der – allerdings bald europaweit bekannten – „Sonntagskonzerte“ bei kleinerer Besetzung bleibt.

Möglich, dass sie sich einen größeren Rahmen für ihre Musik erträumt hatte, der ihr aber wegen der zeitgenössischen Etikette für eine Frau und Mutter aus gutem, wohlhabendem Hause verwehrt blieb. Sie musste sich zeitlebens mit dem Gartenhaus begnügen, auch noch als ihr Bruder längst im Gewandhaus dirigierte. Clara Wieck, später Schumann, hatte da mehr „Glück“: Als Tochter aus weniger reichem Haus durfte sie mit Konzerten und Kompositionen Geld – und Ruhm – verdienen!

Das Kantorei-Konzert findet zwar an einem Samstag statt, folgt aber der Idee der „Sonntagskonzerte“ von Fanny Hensel: Neben ihren eigenen Kompositionen führte sie in diesem Rahmen Werke ihres
berühmten Bruders und anderer Komponisten auf. Darunter gerne auch damals kaum öffentlich zu hörende Barockmusik. Zwar erfreut sich Barockmusik in unserer Zeit wieder großer Beliebtheit, dennoch gibt es auch heute viele Perlen des Barocks wiederzuentdecken. So erklingen im „Samstagskonzert“ zwischen den Chor-Orchester-Kompositionen Sätze aus einer der vier wenig bekannten Ouvertüren.

Eintrittskarten sind bei den Chormitgliedern und jeweils nach den Sonntagsgottesdiensten in der Christuskirche erhältlich (20 €, ermäßigt für Schüler*innen, Studierende und Bürgergeldempfänger: 12 €).